Allgemeinmedizin

Die allgemeinmedizinische Ausbildung wird vom Wiener Krankenanstaltenverbund im vollen Umfang angeboten, die für die Erlangung des  Diploms als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin notwendige Lehrpraxis muss jedoch im niedergelassenen Bereich absolviert und selbstständig organisiert werden. Diese sechs Monate Lehrpraxis sind nicht Teil der Ausbildung im KAV.

AllgemeinmedizinerInnen werden nicht nur im niedergelassenen Bereich benötigt, auch in Krankenhäusern gibt es für sie vielfältige Einsatzmöglichkeiten, wie zum Beispiel in den Zentralen Notaufnahmen mit spezialisierter Notfall-Ausbildung und eigener Bettenstation.

Die Ausbildung zur Ärztin/zum Arzt für Allgemeinmedizin wird im Wiener Krankenanstaltenverbund sowohl nach der Ausbildungsordnung 2006 (ÄAO 2006), als auch nach der neuen Ausbildungsordnung 2015 (ÄAO 2015) angeboten. Alle die nach 31. Mai 2015 in die ÄrztInnenliste der Ärztekammer eingetragen wurden, müssen ihre Ausbildung nach der neuen Ausbildungsordnung 2015 absolvieren, jene die vorher eingetragen wurden können nach beiden Ausbildungsordnungen ausgebildet werden.

Vertragsdauer

Wer sich bereits vor der Basisausbildung dazu entscheidet im Anschluss die Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn machen zu wollen, erhält zunächst einen Vertrag über sechs Monate (die ersten sechs Monate der Basisausbildung) und danach für die komplette restliche Dauer der Ausbildung (für die restlichen drei Monate Basisausbildung und volle Dauer der Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn). Voraussetzung dafür ist eine fixe Zusage über eine Ausbildungsstelle vor Beginn der Basisausbildung.

Wer die Basisausbildung bereits extern bei einem anderen Träger absolviert und abgeschlossen hat, erhält für die Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn (oder FachärztIn) zunächst einen Vertrag über sechs Monate und dann für die gesamte Ausbildungsdauer.

Wer die Basisausbildung im KAV absolviert hat, aber bei Beginn der Ausbildung noch nicht bekannt gegeben hat, dass er/sie im Anschluss die Ausbildung für Allgemeinmedizin machen möchte, erhält nach Abschluss der Basisausbildung bei Vorliegen einer freien Ausbildungsstelle für Allgemeinmedizin einen Vertrag über die volle Ausbildungszeit zum/zur Ärztin für Allgemeinmedizin.

Wunschhäuser / Wunschabteilungen

Wunschhäuser können bei der Anmeldung bekannt gegeben werden und werden auch  berücksichtigt, können aber unter Umständen die Wartezeit auf eine Ausbildungsstelle erheblich verlängern. Wunschabteilungen können bei der Rotationsplanung im jeweiligen Haus ebenfalls bekanntgegeben werden und werden nach Möglichkeit und Maßgabe der Organisationserfordernisse berücksichtigt. Dies gilt ebenfalls für die Absolvierung der Wahlfächer in der Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn, wobei dort wo es möglich ist ein Teil der Ausbildung auf einer Abteilung für Neurologie absolviert werden soll.

Ausbildungsverantwortliche

Fachlich ist für die Ausbildung die Abteilungsvorständin bzw. der Abteilungsvorstand verantwortlich. In vielen Abteilungen gibt es zur praktischen Umsetzung der Ausbildung jedoch eine ausbildungsbeautragte Ärztin/einen ausbildungsbeauftragten Arzt, die/ der mit den Ausbildungsagenden der jeweiligen Abteilung betraut wurde, die Letztverantwortung liegt jedoch immer bei der Primaria oder dem Primar. Darüber hinaus gibt es in allen Schwerpunktkrankenhäusern Fortbildungsbeauftragte ÄrztInnen in der ärztlichen Direktion, die Fort- und Weiterbildungen für ÄrztInnen in Ausbildung organisieren und koordinieren.

Für alle organisatorischen Fragen liegt die disziplinäre Verantwortung für ÄrztInnen in Ausbildung zum/zur AllgemeinmedizinerIn bei der ärztlichen Direktion um dadurch, unabhängig von den Rotationen durch die unterschiedlichen Abteilungen, Abwesenheiten besser koordinieren zu können.

Mitverantwortlicher Tätigkeitsbereich

In den Wiener Städtischen Krankenanstalten des KAV ist die Übernahme des Mitverantwortlichen Tätigkeitsbereiches (Vitalzeichenkontrolle, Blutabnahme, Infusionsmanagement, etc.) durch die Pflege umgesetzt. Das war Teil eines großen Organisationsprojektes zur Entlastung von ÄrztInnen in Ausbildung von diesen Routinetätigkeiten und dient der Hebung der Ausbildungsqualität (welche Tätigkeiten genau unter Routinetätigkeiten fallen unterscheidet sich je nach Fachrichtung und Abteilung).

Stehzeiten

Wir sind um die stetige Reduktion von Stehzeiten in der Ausbildung sehr bemüht, in einigen Häusern gibt es bereits heute keine Stehzeiten mehr, in anderen Häusern können sie bis zu sechs Monate betragen. Unser Ziel als Krankenhausträger ist es diese Zeiten weiter zu minimieren.