Dienstzeiten

Mit 1. Juli 2015 trat die Vereinbarung über neue Arbeitszeiten und Gehälter für Ärztinnen und Ärzte im Wiener Krankenanstaltenverbund in Kraft. Kernpunkt ist die Umsetzung der EU-Richtlinie, wonach die wöchentliche Höchstarbeitszeit 48 Stunden in Zukunft nicht überschreiten darf (bis 2021 gelten Übergangsbestimmungen). Die wöchentliche Normalarbeitszeit liegt bei einer Vollzeit-Verpflichtung weiterhin bei 40 Stunden. Für alle gilt die 5-Tagewoche, wobei ein Arbeitstag mit 8 Stunden Arbeitszeit bewertet ist. Auch für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung (für Allgemeinmedizin oder Sonderfach ergeben sich Neuerungen, die hier zusammengefasst sind.

Diensteinteilung und Rotationsplanung

Die Diensteinteilung erfolgt wie gewohnt auf der jeweiligen Abteilung unter Einbindung aller Ärztinnen und Ärzte. Die Dienstplanerstellung muss zwei Monate im Voraus erfolgen, rechtlich bindende Gültigkeit erhält der Dienstplan zwei Wochen vor dem jeweiligen Monatsersten. Das heißt konkret, dass eine Abteilung bereits knappe drei Monate im Voraus mit der Dienstplanerstellung beginnt, damit der Dienstplan rechtzeitig zwei Monate im Voraus erstellt wird.

Für Ärztinnen und Ärzte in Ausbildung bedeutet das auch, dass die Rotationsplanung für die Zuteilung von Turnusärztinnen und -ärzten drei Monate im Vorhinein erfolgen muss, damit diese an der Diensteinteilung der jeweiligen Abteilung mitwirken können.

Bei der Umsetzung des neuen Arbeitszeitmodells ist ein wesentlicher Punkt, dass die Dienstlast innerhalb der Einheiten (Abteilungen, Institute etc.) gerecht verteilt wird. Bei der Aufteilung wird versucht auf die individuelle Lebenssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen, z.B. Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Daher wurden im Erlass zur gerechten Dienstplangestaltung Regelungen zur Diensteinteilung, zu freien Wochenenden und zu Nachtdiensten festgeschrieben, die eine möglichst gerechte Verteilung sicherstellen sollen.

Für ÄrztInnen besonders relevant

  • Faire und gerechte Verteilung der Arbeitslast innerhalb einer Funktionseinheit, auch der Mehrdienstleistung (Überstunden).
  • Ungleichverteilung der Arbeitslast (z.B. aufgrund von individuellen Lebenssituationen) möglich, muss aber im Gesamtteam besprochen und mitgetragen werden.
  • Mindestens die Hälfte aller Wochenenden im Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen frei.
  • Bei der Genehmigung von Urlauben, vor allem in der Haupturlaubszeit sind alle Qualifikationsgruppen aliquot ihrer jeweiligen Personalstärke (ÄrztInnen in Ausbildung, FachärztInnen, OberärztInnen) gleich zu behandeln.

Höchstgrenzen der Nachtdienste

  • Höchstgrenzen der Nachtdienste sind in einer zwischen Personalvertretung und Dienstgeber abgeschlossenen Betriebsvereinbarung geregelt.
  • Maximal 33 verlängerte Dienste (25-Stunden-Dienste) im Durchrechnungszeitraum von 26 Wochen.
  • Ein verlängerter Dienst darf 25 Stunden nicht überschreiten. Die Einteilung von Doppeldiensten (49-Stunden-Diensten) ist nicht mehr zulässig.
  • Urlaub im Ausmaß von 40 Arbeitsstunden reduziert die Maximalanzahl der verlängerten Dienste um je 1 Dienst. Diese Reduktion kann durch schriftliche Vereinbarung zwischen DienstnehmerIn, Abteilungsvorständin bzw. -vorstand und Personalvertretung entfallen.
  • Maximal acht Nachtdienste (12,5-Stunden und 25 Stunden-Dienste) pro Kalendermonat.
  • 12,5-Stunden Nachtdienste an mehr als zwei, in begründeten Ausnahmefällen maximal drei, aufeinander folgenden Tagen.
  • Wenn eine Ärztin / ein Arzt aufgrund der individuellen Lebenssituation mehr 12,5 Stunden Nachtdienste machen möchte, ist die Überschreitung der monatlichen Höchstgrenze von 8 Nachtdiensten, sowie der Gesamtgrenze im Durchrechnungszeitraum, nach Rücksprache im Gesamtteam mittels Vereinbarung mit dem Abteilungsvorstand und der jeweiligen Personalvertretung zeitlich begrenzt möglich.

Prüfungsurlaub

Jede Ärztin und jeder Arzt in Ausbildung erhält künftig fünf Tage Sonderurlaub zur Prüfungsvorbereitung auf die ÄrztInnen- bzw. FachärztInnenprüfung.